Handarbeit

Unterschiede der Glasformverfahren

Glas gehört zu den ältesten Werkstoffen der Menschheit. Erstmals 3.000 vor Christus wurde Glas in Mesopotamien und Ägypten eigenhändig hergestellt. Aus dem Glas wurden damals hauptsächlich kleine Gefäße sowie Schmuck hergestellt. Glas ist ein Material, das aus Quarzsand, Kalkstein und Soda mit einer bestimmten Technologie hergestellt wird, indem sie miteinander vermischt werden. Die Glasarten unterscheiden sich in den Herstellmethoden und den Elementen, die während der Herstellung den Grundmaterialien hinzugefügt werden. Jede Epoche und Kultur hatte ihre eigene Methode entwickelt und so entstanden mit der Zeit die unterschiedlichsten Glassorten.

Wie entsteht Glas?

Die einzelnen Glasherstellungskomponenten werden als Rohstoffe in ihren eigenen Silos und Fässern gelagert. Vor dem Mischvorgang werden die benötigten Komponenten dann abgewogen und automatisch in einem großen Becken vermischt. Meistens werden dem Rohmaterial zusätzlich alte Glasscherben beigefügt, die Rohstoffe und vor allem Energie einsparen sollen. Durch das Recyclen von Glas erfordert der Aufschmelzvorgang des Ausgangsstoff-Gemisches weniger Zeit und geringere Temperaturen. Nachdem der Materialmischprozess erfolgreich abgeschlossen wurde, werden die gemischten Materialien in Wärmeöfen überführt, die mit Gas oder Öl betrieben werden, und der Aufschmelzvorgang eingeleitet. Dabei wird das Gemisch auf eine sehr hohe Temperatur erhitzt, in die gewünschte Form geblasen und anschließend abgekühlt. Ein solcher Vorgang kann bis zu 24 Stunden dauern.

Formung von Glas

Die richtige Wahl des Glasformverfahrens richtet sich meistens nach dem Zielprodukt. Wir nehmen die vier berühmten Methoden in Betracht, die allen Herstellern bekannt sind: Blasen, Gießen, Pressen und Ziehen. Durch die einzelnen Herstellverfahren soll dem Glas mehr Festigkeit und Stärke verliehen werden.

1.Blasen

Mit diesem Verfahren beginnt der Handwerker, während sich das geschmolzene Glas noch in dem Ofen befindet. Durch ein Rohr wird das Glas langsam aufgeblasen und gleichzeitig in die gewünschte Form gebracht. Da es weich ist, kann der Hersteller das Glas leicht formen, quetschen und zuschneiden. Während dieser Phase legt er das Glas von Zeit zu Zeit in den Ofen, um es solange weich zuhalten bis die gewünschte Form erreicht ist. Schließlich trennt der Handwerker das Rohr vom fertigen Glas mit einer speziellen Zange.

2.Pressen

Eine andere Möglichkeit, um das Glas zu formen, ist die Druckmethode. Bei diesem Verfahren drückt der Handwerker das geschmolzene Glas mit einem Kolben in eine fertige Form, bist die Form gleichmäßig gefüllt ist. Nach der Erstarrung wird der Stempel wieder herausgezogen. Typische Pressartikel sind zum Beispiel Backformen, Becher und Beleuchtungskörper.

3.Ziehen

Die Auftriebsmethode bzw. das Ziehen wird eingesetzt, um Flachglas oder Glasfasern herzustellen. Dabei wird das geschmolzene Glas in einem Durchlaufofen auf ein Bad aus flüssigem Zinn eingeleitet, worauf es dann schwimmt und sich gleichmäßig ausbreitet. Durch die Oberflächenspannung des Zinns und des flüssigen Glases entsteht somit eine glatte Oberfläche. Danach durchläuft das Glas einen Kühlofen, wo es herunter gekühlt wird und nach einer optischen Qualitätskontrolle geschnitten wird. Zu den bekanntesten Produkten des Floatglases gehören Fensterscheiben, Fahrzeugscheiben und Sicherheitsscheiben.

4.Gießen

Bei dieser Methode gießt der Handwerker mit einem speziellen Werkzeug das heiße verflüssigte Glas in eine vorgefertigte Form und lässt es langsam bis zur Verfestigung auskühlen. Es ist eine beliebte Methode, bei der vor allem Altglas geschmolzen wird, um daraus neue Formen zu erhalten. Die bekanntesten Produkte, die auf diese Weise hergestellt werden, sind Lampen und Glasprodukte aus der chemischen und medizinischen Industrie.  Kennen Sie schon unsere große Auswahl an Glasvasen? Schauen sie bei uns  vorbei und lassen sich von der großartigen Handarbeit inspirieren!

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